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Die Finanzierungsalternative erfreut sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit.
Im Zuge der sinkenden Zahlungsmoral in Deutschland, des immer schärfer werdenden Wettbewerbes und der zunehmenden Globalisierung stehen zunehmend kleine und mittlere Unternehmen vor einem Existenz bedrohenden Problem: Wie kann, gerade auch unter Berücksichtigung der von den Geschäftsbanken anzuwendenden Eigenkapital- und Bonitätsrichtilinien gemäß Basel II-Abkommen, eine zuverlässige und anhaltende Liquidität geschaffen werden, die das Fortbestehen und Wachstum der Gesellschaft nachhaltig sichert.
Vielfach unterschätzen gerade kleine Betriebe eine Bilanzposition, die, wenn sie sich in die falsche Richtung entwickelt, zu einer tickenden Zeitbombe werden kann: Die auf der Aktivseite ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die oftmals einen unverhältnismäßig hohen Anteil des Vermögenswertes ausmachen.
Während größere Firmen in der Regel eine Mahn- und Rechtsabteilung haben, die sich um die offenen Posten kümmern, ist dies bei dem Mittelständler mit kleineren Umsatzgrößen aus Kostengründen nicht darstellbar.
Eine echte Alternative zur Liquiditätsbeschaffung bietet hier das Factoring, das bedeutet den fortlaufenden Ankauf von kurzfristigen, neu entstehenden Forderungen aus voll umfänglich erbrachter und einredefreier Warenlieferung oder Dienstleistung. Beweis für die Stärke dieser vor etwa 50 Jahren in Deutschland eingeführten Finanzierungsvariante, die zu Unrecht lange Jahre mit großen Vorurteilen behaftet war und ein Schattendasein führte, sind Rekordzuwächse in den letzten Jahren. Allein die im Deutschen Factoringverband zusammengeschlossenen Factoring-Gesellschaften finanzierten im Jahr 2005 bundesweit ein Volumen von etwa 55 Milliarden Euro. So sind beispielsweise zu der unter dem Dach der Creditreform-Gruppe im Jahr 1999 zuerst in Solingen gegründeten Crefo-Factoring für den Mittelstand seither 13 weitere Factoring-Gesellschaften hinzugekommen, deren Umsatzsteigerung sich ständig im 2-stelligen Prozentbereich bewegen und die mittlerweile flächendeckend im gesamten Bundesgebiet vertreten sind.
Der Grund des starken Wachstums liegt zum einen darin, dass Factoring -ähnlich wie Leasing vor etwa 15 Jahren- mittlerweile eine feste, annerkannte Größe im Bereich der Refinanzierung geworden ist; zum anderen verliert der typische mittelständische Unternehmer zunehmend die Berührungsangst zu dem Begriff "Forderungsverkauf"; er erkennt weiterhin dass er sich mittels Factoring eine gewisse Unabhängigkeit von seiner Geschäftsbank und somit ein weiteres Standbein bei seiner Liquiditäsbeschaffung aufbauen kann.
Was unerscheidet Factoring von anderen Refinanzierungsformen und was macht es so interessant ?
Grundsätzlich muss man vorausschicken, das Factoring, ungeeignet ist für Unternehmen, die bereits stark in eine finanzielle Schieflage geraten sind und deren Überlebenschancen als gering einzustufen sind; auch der Ankauf von Forderungen gegenüber Privatpersonen ist nur eingeschränkt darstellbar.
Factoring richtet sich an Unternehmen mit einer gesunden Struktur, hohem Entwicklungspotential und einem bonitätsmäßig guten Debitorenstamm.
Der Factroringkunde reicht seine Rechnungen, die er aufgrund der erfolgten Warenlieferung oder Dienstleistung an seine Kunden erstellt hat, bei der Factoringgesellschaft (Factor) ein. Dieser kauft die Rechnung nach erfolgter Bonitätsprüfung des Debitoren -die Crefo Factoring prüft z.B. jeden Debitoren im Vorfeld auf Bonität- an und zahlt zwischen 70 und 90 % des Rechnungsbetrages sofort aus. Die Restzahlung erfolgt, sobald der Schuldner an den Factor bezahlt hat. Im Bereich des von den meisten Factoringgesellschaften angewendeten "offenen" -das bedeutet, der Factor tritt nach außen auf den Rechnungen auf - und "echten" Factoring hat der Unternehmer kein Forderungsausfallrisiko mehr. Das übernimmt der Factor zu 100 %, sofern er die Forderung nach erfolgter Bonitätsprüfung des Debitoren angekauft hat.
Dafür erhebt der Factor eine Gebühr, die sich zusammensetzt aus Zinsen, Verwaltungskosten und Risikoabschlägen.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Der Kunde verfügt über Liquidität und kann mit dem Auszahlungsbetrag seine eigenen Lieferantenverbindlichkeiten begleichen. Er kann dann bei seinen Lieferanten bessere Konditionen wie höhere Rabatte und Skonti aushandeln, womit die Factoringgebühr schon zum größten Teil kompensiert ist.
Das Debitorenmanagement bis hin zum Inkasso übernimmt der Factor, ebenso das gesamte Forderungsausfallrisiko; die Eigenkapitalquote und die gesamte Bilanzstruktur verbessert sich ebenfalls und man kann sich endlich wieder auf das eigentliche Geschäft konzentrieren, ohne ständig an die Mengen von Offenen Posten und die oftmals hiermit verbundenen Forderungsausfälle erinnert zu werden.
Fazit:
Factoring ist eine hervorragende Finanzierungsalternative mit sehr hoher Flexibilität, die gerade für den mittelständischen Unternehmer eine Expansionsmöglichkeit ohne Liquiditäts- beschaffungsprobleme, aber mit einem effektiven Debitorenmanagement im Rücken darstellt. Der direkte Kontakt zwischen dem Unternehmer und seinen Kunden wird durch das externe Debitorenmanagement weniger belastet; der Factoringkunde kann sich wieder voll und ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren.
Autor: Olaf Harms, Geschäftsführer der Crefo Factoring Rhein-Main GmbH & Co. KG in Darmstadt
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