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Dienstleister der Informationsgesellschaft: Unternehmen nutzen E-Commerce stärker für die Beschaffung als für den Vertrieb
Dienstleister der Informationsgesellschaft: Unternehmen nutzen E-Commerce stärker für die Beschaffung als für den Vertrieb
Ergebnisse der Konjunkturumfrage des Verbandes der Vereine Creditreform und des ZEW im Wirtschaftszweig "Dienstleister der Informationsgesellschaft"
Neuss / Mannheim, 18.04.2011
Unter den Dienstleistern der Informationsgesellschaft hat sich die Nutzung von Electronic Commerce (E-Commerce) bei der Beschaffung von Vorleistungen weit stärker durchgesetzt als im Vertrieb der eigenen Produkte und Leistungen. Knapp 64 Prozent der Unternehmen des Wirtschaftszweigs geben an, im Jahr 2010 Produkte oder Dienstleistungen über das Internet bestellt zu haben. Dagegen verkauften im Jahr 2010 nur rund 29 Prozent der Unternehmen ihre Produkte oder Dienstleistungen auch über das Internet. Dies ist
das Ergebnis einer Umfrage bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim im März 2011 in Zusammenarbeit mit Creditreform, Neuss, durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).
Zu den Unternehmen des Wirtschaftszweigs Dienstleister der Informationsgesellschaft gehören IKT-Dienstleister (Unternehmen der Branchen Software und IT-Dienste, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensive Dienstleister (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).
„Die Unternehmen der Branche Software und IT-Dienste sind mit 81 Prozent führend bei der Beschaffung über das Internet, während die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit rund 48 Prozent das Schlusslicht bilden“, erklärt Miruna Sarbu, Wissenschaftlerin am ZEW. Hinsichtlich der Nutzung von E-Commerce für den Verkauf eigener Produkte oder Dienstleistungen im Jahr 2010 liegen die Telekommunikationsdienstleister weit vorne.“ Knapp 58 Prozent von ihnen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Bestellungen über das
Internet aufzugeben. Am geringsten verbreitet ist der Einsatz von E-Commerce für den Verkauf eigener Produkte oder Dienstleistungen erneut bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern mit lediglich zwölf Prozent der Unternehmen (Grafik zur Nutzung von E-Commerce durch die Unternehmen für Verkauf und Beschaffung in Deutschland am Ende der Pressemitteilung).
Insgesamt 17 Prozent der Unternehmen des Wirtschaftszweigs beziehen auch Leistungen über das Internet aus dem Ausland. Vor allem die Telekommunikationsdiensleister und die Unternehmensberater sind mit jeweils 27 Prozent der Unternehmen, die E-Commerce hierzu nutzen, überdurchschnittlich stark engagiert, während die technischen Berater und Planer sowie die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit rund sieben beziehungsweise sechs Prozent die hintersten Plätze belegen.
Mit nur rund sechs Prozent der Unternehmen des Wirtschaftszweigs verkaufen wesentlich weniger Unternehmen ihre Produkte und Leistungen über das Internet auch ins Ausland. Der IKT-Handel ist hier Spitzenreiter mit etwa 19 Prozent der Unternehmen, die angeben, ihre Produkte oder Dienstleistungen auch über das Internet ins Ausland abzusetzen. Am wenigsten verbreitet ist der Verkauf von Leistungen über das Internet ins Ausland bei den technischen Beratern und Planern. Lediglich ein Prozent von ihnen berichtet von solchen Aktivitäten.
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Ihre Ansprechpartner beim ZEW
ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Frau Miruna Sarbu
Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien
L 7, 1
68161 Mannheim
Tel.: 06 21 / 12 35-334
Fax: 06 21 / 12 35-333
sarbu@zew.de
www.zew.de
Das ZEW wurde im Jahr 1991 in einer gemeinsamen Initiative der baden-württembergischen Landesregierung, der
Landeskreditbank Baden-Württemberg und der Universität Mannheim gegründet. Die Forschungsausrichtung liegt im
einzelwirtschaftlichen Bereich, der Branchenanalyse und der Ökonometrie. Rund 80 Wissenschaftler sind am ZEW in den
Forschungsbereichen Internationale Finanzmärkte, Arbeitsmärkte, Industrieökonomik, Unternehmensbesteuerung und
Umweltökonomik tätig.
Die Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigt sich mit den Auswirkungen
moderner Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Wirtschaft. Den Schwerpunkt der Analysen bilden dabei
industrie- und arbeitsmarktökonomische Fragestellungen.
Zur Systematik / Anmerkung zur Hochrechnung
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen
(jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit
gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die
Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die
Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den
Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100
annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal
hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.
Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung finden Sie hier:
ZEW-Dokumentation Nr. 03-09 (PDF)
Einen Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage finden Sie hier.
Allgemeine methodische Hinweise (PDF)
Angewandtes Hochrechnungsverfahren (PDF)
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