Wirtschaftszweig "Dienstleister der Informationsgesellschaft" - Ergebnisse zur Konjunkturumfrage des Verbandes der Vereine Creditreform und des ZEW
Neuss, 14.10.2005
Die Dienstleister der Informationsgesellschaft haben im dritten Quartal 2005 an die gute konjunkturelle Entwicklung
des Vorquartals angeknüpft und ihre Geschäftsaktivitäten weiter ausgebaut. Dies zeigt der deutliche Anstieg des
ZEW-IDI. Dieser Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft steigt im
dritten Quartal 2005 um 9,4 Punkte auf einen Wert von 72 und erreicht damit seinen bisherigen Höchststand. Anders als
in den vorangegangenen Quartalen hat die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im dritten Quartal 2005 großen Anteil
an dem deutlichen Zuwachs des ZEW-IDI. Der Teilindikator, der die aktuelle Geschäftslage widerspiegelt, legt im dritten
Quartal um 11,6 Punkte zu und erreicht einen Wert von 69,0. Der Teilindikator, der die Geschäftserwartungen der
Unternehmen für das vierte Quartal 2005 zum Ausdruck bringt, steigt um 8,8 Punkte auf einen Wert von 75,2. (Vorjahr:
30,4 Prozent).
Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die der Verband der
Vereine Creditreform, Neuss, in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im
September und Oktober 2005 durchgeführt hat. An der Umfrage beteiligten sich rund 1.000 Unternehmen. Der
Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und
Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel
sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und
Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung
sowie Werbung).
Telekommunikationsdienstleister verbessern sich
Der starke Anstieg des ZEW-IDI ist vor allem durch die dynamische konjunkturelle Entwicklung bei den
Telekommunikationsdienstleistern bedingt. Der Großteil der Unternehmen in dieser Branche berichtet im dritten Quartal
2005, dass die Umsätze im Vergleich zum zweiten Quartal 2005 gestiegen sind. Die meisten
Telekommunikationsdienstleister sind auch zuversichtlich, dass Umsatz und Nachfrage im vierten Quartal weiter steigen
werden.
Bereits in den vorangegangenen drei Quartalen hatten die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer den höchsten Saldo aus
positiver und negativer Umsatzentwicklung. Auch im dritten Quartal 2005 berichten wieder mehr als 60 Prozent der
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, dass ihre Umsätze im Vergleich zum Vorquartal zugenommen haben.
In der Branche EDV-Dienstleistungen und -Vermietung hat die konjunkturelle Erholung, die sich bereits im zweiten
Quartal 2005 angedeutet hatte, im dritten Quartal 2005 endgültig eingesetzt. Der Saldo aus positiver und negativer
Umsatzentwicklung beträgt in dieser Branche mehr als 40 Prozent, der Saldo aus positiver und negativer
Nachfrageentwicklung mehr als 35 Prozent. Die gute Geschäftsentwicklung schlägt sich bei mehr als 40 Prozent der
EDV-Dienstleister und -Vermieter auch in höheren Erträgen nieder.
Schlusslicht: Werbebranche
Das konjunkturelle Schlusslicht im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft bildet im dritten
Quartal 2005 die Werbebranche. Per Saldo überwiegt aber auch bei den Werbeagenturen der Anteil der Unternehmen, deren
Umsatz im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist. Des Weiteren zeichnet sich diese Branche im dritten Quartal 2005
durch ihren Optimismus für das Schlussquartal 2005 aus. Mehr als die Hälfte der Werbeagenturen rechnet im vierten
Quartal 2005 mit einer Belebung der Nachfrage und damit, dass sich dies positiv auf Umsatz und Ertrag auswirken
wird.
Die Arbeitsmarktlage hat sich im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft trotz der insgesamt
guten konjunkturellen Entwicklung auch im dritten Quartal 2005 nicht gebessert. Per Saldo haben die Unternehmen ihren
Personalbestand weiter verringert. Auch die Erwartungen für das vierte Quartal 2005 deuten auf einen weiteren
Beschäftigungsrückgang im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hin. Nur bei den Steuerberatern
und Wirtschaftsprüfern sowie den Unternehmensberatern hat die gute Geschäftsentwicklung bereits das zweite Quartal in
Folge dazu geführt, dass der Anteil der Unternehmen, die in diesen Branchen Personal eingestellt haben, deutlich größer
ist als der Anteil der Unternehmen, die Personal abgebaut haben.